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Versicherungsfremde Leistung Teil 1

 

 

 

Teil 1

 

Seit der Umstellung auf das Umlageverfahren 1957 sind versicherungsfremde Leistungen ein Thema.


 

 

Definitionen, was genau denn eigentlich versicherungsfremde Leistungen sind, gibt es viele. Als Grundlage für diesen Artikel soll aber die Definition des VDR (Verband Deutscher Rentenversicherungsträger) dienen.

 

„Es sind alle Leistungen der Rentenversicherung als versicherungsfremd
anzusehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Beiträge der
Versicherten gedeckt sind“

 


Es kann auch anders ausgedrückt werden, nämlich das Personen Geld aus unserer Rentenkasse bekommen, die nie etwas eingezahlt haben und auch nie etwas einzahlen werden.
Diese Leistungen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die aus Steuermitteln zu finanzieren sind.

 

Im Laufe der Jahrzehnte sind einige versicherungsfremde Leistungen abgeschwächt, heißt die Ausgaben dafür gesenkt, andere Leistungen sind der gesetzlichen Rente dafür vom Staat neu aufgebürdet worden.
Hier eine Auflistung einiger versicherungsfremder Leistungen:

 

Anrechnungszeiten

 

Die Anrechnungszeiten sind u.a. Zeiten, in denen der/die Beitragsversicherte gehindert wurde, in die Rentenkasse einzuzahlen. Dazu gehören z.B. Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Diese Zeiten sind versicherungsfremd, da es sich eigentlich um Leistungen der Kranken- bzw. Arbeitslosenversicherung handelt.Laut SGB VI gehören zu den Anrechnungszeiten:

 

· Arbeitslosigkeit (§58 Abs. 1 Nr. 3 SGB VI)

 

· Arbeitsunfähigkeit (§58 Abs.1 Nr. 1 SGB VI)

 

· Krankheit (mindestens 1 Monat) zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr (§58 Abs. 1 Nr. 1a         SGB VI)

 

· Schutzfristen bei Mutterschaft (§58 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI)

 

· Schulbesuch (siehe § 58 Abs. 1 S. 1 Nr. 4 SGB VI)


 

 

Kriegsfolgelasten

 

Hierbei handelt es sich um beitragsfreie Ersatzzeiten, wie z.B.

 

· Zeiten des militärischen Dienstes

 

· Kriegsgefangenschaft

 

· Flucht

 

· rentenrechtliche Ausgleich von NS-Unrecht

 

· Nachteilsausgleich nach dem 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz

 

Diese Finanzierung kann nur gesamtgesellschaftlich erfolgen, und darf nicht allein den gesetzlich Rentenversicherten aufgebürdet werden.


 

 

Familienlastenausgleich

 

Versicherungsfremd sind hingegen die Aufwendungen der Rentenversicherung für die 1986 eingeführten Kindererziehungszeiten, die Kindererziehungsleistungen für Erziehende (also auch Männer) der Geburtsjahrgänge vor 1921. Es handelt sich um Leistungen des allgemeinen Familienlastenausgleichs, die vom Gesetzgeber anerkannt sind.Für nach 1991 geborene Kinder bekommen Mütter (wenige Väter) 3 Jahre Kindererziehungszeiten pro Kind bei der Rente angerechnet, für die vor 1992 geborenen Kinder waren es bis zum 01. Juli 2014 1 Jahr Kindererziehungszeit, mit der Rentenreform der schwarz/roten Koalition danach 2 Jahre.Ein weiteres Kindererziehungsjahr für Geburten vor 1992 bedeutet aufs Jahr gerechnet ab 2014 etwa 6,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Ausgaben.Für diese Ausgaben wird nicht 1 Cent aus Steuermitteln zur Verfügung gestellt, alleine die gesetzliche Rentenkasse muss dieses stemmen.


 

 

Sozialpolitische Korrektur der Fakten
Versicherte, welche 35 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt haben, und bis 1991 niedrige Beitragssätze abgeführt haben, werden die Beiträge angehoben. Damit soll eine negative Auswirkung auf die Höhe der Rente durch zu niedrige Löhne behoben werden. Zur Entlastung der Sozialkassen werden so einzelne Versicherungsverläufe aufgebessert.


(FBA)