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Umwelt und Klima – warum wir das nicht als eigenes Thema behandeln

ÖPNV: Klimaschutz beginnt an der Bushaltestelle
Jede Fahrt, die mit Bus oder Bahn statt mit dem Auto stattfindet, spart Emissionen, Lärm und Platz in
der Stadt. Wir wollen einen Nahverkehr, der so verlässlich ist, dass er eine echte Alternative zum Auto
wird: dichtere Taktungen, bessere Verbindungen zwischen Stadt und Umland, sichere und ausgebaute
Rad- und Fußwege, damit auch kurze Strecken ohne Auto funktionieren. Wo Straßenraum heute vom
Autoverkehr dominiert wird, wollen wir ihn zurückgewinnen – für Grün, für Begegnung, für Menschen
statt für Blech. Verkehrswende ist für uns kein Selbstzweck, sondern der direkteste Hebel, den eine
Kommune beim Klimaschutz hat.


Schulessen: gutes Essen ist auch Klimaschutz
Beim Mittagessen an Schulen und Kitas geht es uns nicht nur darum, dass es kostenfrei und gesund ist
– so wichtig das ist. Es geht auch darum, woher das Essen kommt. Regionale, ökologisch erzeugte
Lebensmittel in Schulen, Kitas und Kantinen bedeuten kürzere Transportwege, weniger Verpackung
und eine Landwirtschaft in der Region, die nicht auf Monokultur und Massentierhaltung setzt. Ein
warmes Mittagessen für jedes Kind ist soziale Gerechtigkeit. Wenn es dazu noch aus der Region
kommt, ist es beides zugleich: gut für die Kinder, gut fürs Klima.


Elektrolyseur: grüner Wasserstoff, aber nicht auf Kosten des Trinkwassers
Mit dem geplanten 320-Megawatt-Elektrolyseur der EWE entsteht in Emden eine der größten
Wasserstoff-Erzeugungsanlagen Europas – ein Riesenschritt für die Energiewende, und wir stehen
dazu, dass Emden hier vorangeht. Aber grüner Wasserstoff darf nicht mit einem Fragezeichen beim
Trinkwasser bezahlt werden. Bis zu 400.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr sind für die Anlage
vorgesehen, rund elf Prozent des gesamten städtischen Verbrauchs. Deshalb haben wir einen Antrag
gestellt, der prüfen soll, wie der Wasserbedarf stattdessen über aufbereitetes Abwasser, Oberflächen-
oder Brackwasser gedeckt werden kann – so, wie es im benachbarten Wasserstoffpark Friesland in
Sande bereits beschlossen ist. Klimaschutz und Ressourcenschutz gehören für uns zusammen, nicht
gegeneinander.


Photovoltaik: Dächer und Fassaden nutzen, bevor neue Flächen versiegelt werden
Jedes Dach, das ungenutzt in der Sonne liegt, ist verschenkte Energie. Wir wollen Photovoltaik auf
öffentlichen Gebäuden flächendeckend ausbauen und Dächer sowie Fassaden vorrangig für
Solarenergie nutzen, bevor neue Freiflächen versiegelt werden. Genauso wichtig ist uns, wie die
Energiewende organisiert wird: dezentral, in kommunaler und genossenschaftlicher Hand, mit Erlösen,
die vor Ort bleiben und nicht bei Konzernen landen. Eine Kommune, die selbst Energie erzeugt, ist
unabhängiger und kann günstigere Preise weitergeben.


Kommunale Wärmeplanung: Klimaschutz, der bei den Heizkosten ankommt
Wie eine Stadt heizt, entscheidet über einen großen Teil ihrer CO₂-Bilanz – und über die
Nebenkostenabrechnung ihrer Bewohner*innen. Wir wollen, dass Emden industrielle Abwärme, etwa
aus Rechenzentren oder Industrieanlagen, für Nah- und Fernwärme nutzt, statt sie ungenutzt
entweichen zu lassen. Energieversorgung gehört für uns zur öffentlichen Daseinsvorsorge: sozial
gestaffelte Gebühren, kein Abklemmen von Haushalten in Notlagen, demokratische Kontrolle statt
Blackbox. Wärmeplanung ist eines der wirksamsten Instrumente, das eine Stadt hat – wenn sie sozial
gedacht wird.


Fassadenbegrünung: kühlere Stadt, mehr Lebensraum
Begrünte Fassaden und Dächer kühlen im Sommer, binden Feinstaub, schaffen Lebensraum für
Insekten und Vögel und verbessern spürbar das Klima in dicht bebauten Straßen. Deshalb setzen wir
uns dafür ein, öffentliche Flächen zu begrünen und Dachbegrünung verbindlich einzuführen – als
Baustein einer Stadt, die auf Hitzeperioden vorbereitet ist, statt sie nur auszusitzen.
 

Mülleimer und Müllsammelstationen: kleine Maßnahme, große Wirkung
Es klingt banal, ist es aber nicht: Wo Mülleimer fehlen oder Sammelstellen zu weit weg sind, landet
Abfall in der Natur, im Boden, am Ende oft im Wasser. Wohnortnahe, fußläufig erreichbare
Sammelmöglichkeiten sind deshalb aus unserer Sicht handfeste Umweltpolitik, kein Verwaltungsdetail.
Genau deshalb haben wir einen Antrag für eine weitere Müllsammelstation im Norden Emdens
gestellt.


Umweltpolitik heißt für uns: nicht warten, bis alles gleichzeitig passiert, sondern an jeder Stelle, an der
Emden gerade etwas plant oder baut, den ökologischen Aspekt mitdenken. Beim Wasserstoff genauso
wie beim Schulessen, bei der Buslinie genauso wie beim Mülleimer an der Ecke.

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